DIE ETAPPEN DES MONASTISCHEN LEBENS

Der erste Schritt hin zum monastischen Leben ist in der Familie von Betlehem die LEBENSSCHULE. Es ist eine Zeit, in der man sich einübt, die Person und das Leben Jesu kennenzulernen, indem man das Evangelium Vers für Vers erforscht. Durch Jesus, mit Ihm und in Ihm enthüllen sich allmählich die Person des Vaters und die des Heiligen Geistes. Die Jungfrau Maria tritt als die vollkommene Jüngerin Jesu zutage. Dreißig Jahre lang ließ sie sich von ihrem Sohn formen, und unter Seinem Blick lebte sie beständig in der Gegenwart des Vaters. Die LEBENSSCHULE ermöglicht auch erste Erfahrungen mit dem Leben in der monastischen Gemeinschaft.

Die Feier der Einkleidung bedeutet den Eintritt ins monastische Leben. Diese Etappe des POSTULATS ist eine Zeit der Unterscheidung und der geistlichen Ausbildung, in deren Verlauf der junge Mönch oder die junge Moniale zu einem lebendigen Stein der Gemeinschaft wird, verantwortlich für die unaufhörliche und verborgene Liturgie des Herzens. Die nötige geistliche Hilfe für dieses Wachstum ist in dieser Zeit von großer Wichtigkeit.

Es folgt die Zeit des NOVIZIATS, das die ERSTE PROFESS vorbereitet. Der Novize oder die Novizin lernt, sich durch ein dreifaches Aufstrahlen der Gnade Christi dem gehorsamen, keuschen und armen Christus gleichgestalten zu lassen. Die gründliche Ausbildung durch Katechesen, Lektüre, Studien und die geistliche Begleitung machen ihr Herz verfügbar für das geheime Wirken des Heiligen Geistes.

Die ERSTE PROFESS wird während einer eucharistischen Liturgie gefeiert, um deutlich zu machen, dass die Kirche sich für diesen Akt verbürgt, in dem der Mönch oder die Moniale sich an Gott und die Gemeinschaft durch die Gelübde der Keuschheit, Armut, des Gehorsams, der immer erneuerten Umkehr, der Stabilitas und des ständigen Wachstums in der Liebe für die Dauer von fünf Jahren bindet. Familie und Freunde werden eingeladen, um an der Freude dieser Weihe teilzuhaben.

Einige Jahre später wird die EWIGE PROFESS in Einsamkeit gefeiert. Der Mönch oder die Moniale verpflichtet sich endgültig und unwiderruflich, „bis zum Tod“ die bereits ausgesprochenen Gelübde zu leben. Ein Zyklus von biblischen, philosophischen, patristischen und theologischen Studien führt die monastische Ausbildung, die von den ersten Jahren an im Kloster empfangen wurde, weiter fort.

Die Mönche, die den Ruf dazu empfangen haben, welcher im Namen der Kirche vom Prior von Betlehem unterschieden wird, werden nach ihrer Ewigen Profess zu Priestern für ein Priestertum der Einsamkeit geweiht.