DIE MONASTISCHE WÜSTE

Jesus was hat doch Dein Blick so Anziehendes Was hat doch so Sanftes Deine Liebe dass arme Sünder die in ihrem Herzen noch geteilt sind zwischen Deinem Reich und dem der Illusionen dieser Erde dazu gelangen Dir zu folgen und alles zu verlassen

O Mönch allen Gewinn den du dein nanntest hast du um Christi willen als Verlust erkannt Ja noch mehr jetzt siehst du alles als Verlust an weil die Erkenntnis Christi Jesu deines Herrn alles übertrifft Seinetwegen hast du alles aufgegeben um Christus zu gewinnen und in Ihm zu sein Nicht deine eigene Gerechtigkeit suchst du sondern jene die durch den Glauben an Christus kommt die Gerechtigkeit die Gott aufgrund des Glaubens schenkt

O Mönch vergiss was hinter dir liegt und strecke dich nach dem aus was vor dir ist Das Ziel vor Augen jage nach dem Siegespreis der himmlischen Berufung die Gott dir in Christus Jesus schenkt


Die Mönche antworten auf den Ruf Christi, indem sie schon jetzt die künftige Herrlichkeit und Verklärung vorwegnehmen, die uns allen verheißen sind. Die Mönche leben den Verzicht auf die menschliche Liebe in ihrer Fruchtbarkeit und auch in ihrer Freude, um schon jetzt das Zeichen der Absolutheit Gottes zu sein, der mit denen, die Ihn lieben, die Absolutheit des Lebens teilt. In diesem scheinbaren Tod gegenüber einer Dimension der menschlichen Existenz werden sie zu von Gott geschenkten Zeichen der Auferstehung von den Toten. Sie nehmen diesen scheinbaren Tod ihrer menschlichen Kräfte an, damit die Fruchtbarkeit und die Kraft der Liebe erstrahle, die von Gott kommt. In dieser Zeit des Relativen sind die Mönche Zeugen des Absoluten. In dieser Zeit der Geschichte sind die Mönche Zeugen der Vollendung der Geschichte. In dieser Zeit, die den Tod gebiert, sind die Mönche Zeugen der Auferstehung. Kardinal Lustiger


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Heiliger Antonius † 356

Nachdem Antonius drei Tage und drei Nächte gewandert war, kam er zu einem hohen Berg, an dessen Fuß eine Quelle mit äußerst frischem Wasser entsprang. Von Gott dazu gedrängt, gewann er diesen Ort lieb. Nachdem er von denen, die ihn dorthin geführt hatten, Brote empfangen hatte, blieb er allein auf dem Berg. Niemand wusste davon, nur sie. Vita 16
"Wer in der Wüste wohnt, dem sind drei Kriege genommen: der Krieg der Ohren, der Krieg der Worte, der Krieg der Augen. Einer einziger bleibt: der Krieg des Herzens."

Heiliger Paulus der Einsiedler † 342

Wenn jemand die Reinheit besitzt, wird ihm alles unterworfen sein wie dem Adam im Paradies.

Heiliger Pachomius † 346

Während einer Hungersnot erinnerte sich Pachomius daran, dass "wenn ein Glied leidet, alle übrigen mit ihm leiden." So betrübte sich Pachomius und kasteite sich in häufigerem Fasten und Gebeten. Koptisches Leben des Heiligen Pachomius 169
Er betete Tag und Nacht für das Heil unserer Seelen und der ganzen Welt. Id. 231

Heiliger Makarius † 390

Der innere Mensch betrachtet alle Menschen mit reinem Auge und freut sich über die ganze Welt. Er verlangt von ganzem Herzen nur nach einem: jeden zu lieben und zu verehren.
Der einsam Lebende wird Mönch genannt, weil er Tag und Nacht mit Gott Zwiesprache hält und sich nichts Anderes vorstellt, als die Dinge Gottes, ohne irgendetwas auf Erden zu besitzen.

Heiliger Hilarion † 372

Von Palästina aus begab sich Abba Hilarion auf den Berg zu Abba Antonius. Und Abba Antonius sagte zu ihm: "Sei willkommen, du Lichtträger, der du am Morgen aufgehst." Und Abba Hilarion sagte zu ihm: "Friede sei dir, du Lichtsäule, die die Welt erleuchtet."

Heiliger Ephräm † 373

Wer einsam feiert in der Wüste,
gleicht einer Versammlung von vielen.
Wenn sich zwei vereinen, um zwischen den Felsen zu feiern,
sind Tausende, ja Myriaden zugegen.
Wenn sich drei versammeln,
ist ein Vierter unter ihnen.
Werden sie auf dem Felsen gekreuzigt
und mit einem Lichtkreuz bezeichnet,
so wird die Kirche begründet.
Wenn sie versammelt sind, ruht der Geist auf ihnen.
Und wenn sie ihr Gebet beenden,
erhebt sich der Herr, um seine Diener zu bedienen.
Das Fasten ist ihre Opfergabe, die Nachtwache ihr Gebet.
Ihre Meditationen sind ein Brandopfer,
ihre Ehelosigkeit, das Opfer ihrer Person.
Ihre Reinheit ist der Vorhang des Heiligtums,
ihre Demut wohlriechender Weihrauch.
Der Lobgesang, der aus den Höhlen aufsteigt,
ist das verborgene Opfer an Gott.
Im Tiefsten ihres Herzens ist das Allerheiligste.
Dort ist der Altar der Versöhnung errichtet.

Heiliger Basilius von Caesarea † 379

O Einsamkeit, Feuerherd der Lehre,
Schule des himmlischen und göttlichen Wissens,
wo Gott alles ist, was wir erlernen können.
O Wüste! Sanftes Paradies,
wo die wohlriechenden Blumen der göttlichen Liebe
das eine Mal in einem feurigen Licht erstrahlen,
das andere Mal in ihrer schneeweißen Reinheit erglänzen!
Im Weihrauchfass des immerwährenden Gebetes
knistert das brennende und sanfte Feuer,
die unsterbliche Flamme der Liebe.

Heiliger Isaak von Ninive † V. Jahrhundert

Eile einzutreten in das Brautgemach deines Herzens,
dort wirst du das Brautgemach des Himmels finden.
Denn diese beiden Gemächer sind nur eines,
und durch ein und dieselbe Tür
kann dein Herz in das eine wie in das andere eintreten.
Die Treppe, die zum Himmelreich hinaufführt,
ist verborgen in der tiefsten Tiefe deines Herzens.

Heiliger Sabbas † 512

Wer immer eine Zelle baut, richtet die Kirche Gottes auf.

Heiliger Dorotheus von Gaza † 530

Wer kennt die Süßigkeit mit Gott zu sein, wenn nicht der, der es erfahren hat?

Dad-Icho † VI. Jahrhundert

Der Vater ist dein Kloster.
Der Sohn ist dein Gefährte.
Der Heilige Geist heiligt deine Zelle.
Der König des Himmels wird dich erfreuen, indem er dir
in Gegenwart der Engel und Heiligen dieses Wort des Lebens sagt:
"Komm, du Gesegneter meines Vaters:
Ich war Gefangener in deiner Zelle
und du bist zu mir gekommen!
"

Heiliger Dionysius Areopagita † Anfang des VI. Jahrhundert

O Selige Dreifaltigkeit, führe mich über das Nichtwissen hinaus bis zum höchsten Gipfel. Dorthin, wo die einfachen, absoluten und unvergänglichen Geheimnisse der Theologie sich in der Finsternis des Schweigens mehr als lichtvoll offenbaren.

Heiliger Johannes Klimakus † 649

Ich stelle euch, meine lieben Freunde, ein köstliches und heilsames Brot als Nahrung für eure Seelen vor. Ich meine die bewundernswerte Tugend dieser Mönche. Sie hatten sich versammelt, um mit größter Geduld und vollkommenster Nächstenliebe die Beleidigungen, Beschimpfungen und die Verachtung der anderen zu empfangen und alle möglichen Arten von Demütigungen und Schmach zu ertragen.
Für jene, die beauftragt sind, anderen das Brot des Wortes Gottes auszuteilen, ist es von größter Wichtigkeit, dem Alter der Personen eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen, auch der Person selbst, der Menge der göttlichen Nahrung und der Weise, in der sie sie verwalten.

Heiliger Maximus Confessor † 662

Die Welt ist eins, denn die geistige Welt in ihrer Gesamtheit zeigt sich in der Gesamtheit der sinnfassbaren Welt für die, die Augen haben, um zu sehen. Und die ganze sinnfassbare Welt ist geheimnisvoll durchlässig für die gesamte geistige Welt. In dieser ist jene durch die Essenz der Dinge und in jener ist diese durch die Symbole, und beider Werk ist eins.

Heiliger Johannes Damaskus † 749

Das Zelt Abrahams ist ein offensichtliches Vorausbild für dich: Denn die Menschennatur hat Gott, dem WORT, das gekommen ist, um in deinem Schoß wie unter einem Zelt zu wohnen, das in Asche gebackene Brot dargeboten, das heißt ihre Erstlingsfrucht: gebacken ausgehend von deinem reinen Blut, und gewandelt in Brot durch das göttliche Feuer. Es besteht fort in Seiner Person und dient wahrhaft einem Leib zur Nahrung, der belebt ist von einer vernunftbegabten und verständigen Seele.

Heiliger Theodor von Studion † 826

Wir gehen gemeinsam eines Geistes
zu auf das, was wahrhaft unser einziges Verlangen ist,
das einzige Ziel unserer schwungvollen Begeisterung:
dem Herrn zu dienen und Ihm zu gefallen,
wie in einem neuen Paradies, in diesem engelgleichen Leben.
Dort sind alle Gaben Gottes!
Unsere Freude, unsere Nahrung,
der Gegenstand unseres Eifers und unsere Sorge.
Es ist das Mittel, Gott zu gefallen.

Heiliger Symeon, der neue Theologe † 1022

Vater, Mutter, Brüder, Verwandte und Freunde und alle übrigen von meiner Familie und von meinen Freunden: Du hast mich Sünder von ihnen getrennt, der ich elender bin als sie alle, o Retter, und Du hast mich in Deinen unbefleckten Armen aufgefangen. Hymnus II, 40

Heiliger Bruno † 1101

Was die Einsamkeit und das Schweigen der Wüste an Nützlichkeit und göttlicher Freude denen bereiten, die sie lieben, das wissen nur jene, die sie erfahren haben.

Heiliger Bernhard † 1153

Das Schweigen ist der Wächter des monastischen Lebens. Darin liegt unsere Stärke.

Heiliger Seraphim von Sarov † 1833

Das Wort Gottes, sagt Gregor der Theologe, ist das Brot der Engel, mit dem sich die Seelen nähren, die nach Gott dürsten.

Heiliger Scharbel † 1898

Die Einsamkeit ist zuerst eine Qualität der Seele, und die Einsiedlerzelle hat man zuerst in sich, bevor man in ihr ist. Leben von Michel Hayek

Seliger Charles de Foucauld † 1916

Diese Wüste ist mir zutiefst lieb. Es ist so gut und so heilsam, sich in der Einsamkeit den ewigen Dingen auszusetzen. Man fühlt sich überwältigt von der Wahrheit.

Heiliger Siluan † 1938

Der Heilige Geist macht uns zu Verwandten Gottes. Wenn du in dir den göttlichen Frieden und die allumfassende Liebe verspürst, dann ist deine Seele Gott schon ähnlich geworden.

Thomas Merton † 1968

Es wäre tragisch, wenn ein Mönch eine klare, genaue, leicht verständliche Darstellung seines monastischen Lebens, seiner Berufung eines in Gott verborgenen Menschen machen würde, denn das würde bedeuten, dass er zu Unrecht glaubt, das Geheimnis seiner Berufung zu verstehen. Das ganze Wesen des monastischen Lebens ist also in der Stille verborgen.